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Weyhe Gedenkstein

Im alten Stadtpark, in der Nähe zum Parkcafe, finden wir rechts in der Eibendickung den Maximilian-Friedrich-Weyhe-Gedenkstein. Der Stein steht entgegen der Blickrichtung und wird von Eibenästen verdeckt. Er wurde aus Anlass seines 200. Geburtstages am 25.10.1975 mit seinem Bildnis als Bronzeplakette im Schlosspark aufgestellt. Leider wurde die Bronzetafel an dem Gedenkstein im Jahre 2008 gestohlen und bis zum Jahre 2014 nicht erneuert.


Frau Dipl. – Ing. Rose Woerner schreibt im Arbeitsheft der Rheinischen Denkmalpflege:“Die Autorenschaft des bekannten Preußischen Königlichen Gartendirektors Weyhe für den Park ist leider nicht durch Pläne belegt. Aber das Erscheinungsbild des Englischen Landschaftsparks deutet auf Weyhe, ebenso die mündliche Überlieferung, besonders das Zeugnis von Peter Hermann Nickertz, der in Zeitungsinterviews berichtete, dass er selbst unter Weyhe als junger Gärtner bei der Anlage des Parks beteiligt war.“


Der Heimatforscher Otto Ottsen schreibt 1936 in Land und Leute der Grafschaft Mörs, Beilagen zum Grafschafter: „Im Jahre 1914 hat mir noch der alte, damals schon (fast) 100jährige Gärtner Peter Hermann Nickertz davon erzählt, wie er im Jahre 1836 als junger Mann im Dienste des genannten Gartenkünstlers (M.F. Weyhe) in Moers an der Anlage des Teils vorm Schlosspark mitgearbeitet hat, den man vom Justizgebäude aus betritt.“


Weyhe hat u. a. den Düsseldorfer Hofgarten, den Greiffenhorstpark bei Krefeld-Linn und die herrliche Umgebung von Schloss Benrath geschaffen und angelegt. Man schreibt ihm im Rheinland, in Westfalen, Hessen, Bayern und Belgien insgesamt 84 Anlagen zu.

Als Gäste des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins (GMGV) referierten die Meerbuscher Experten Frau Dr. Rosemarie Vogelsang, ehrenamtliche Beauftragte für Denkmalpflege, und Dipl.–Ing. Reinhard Lutum, Denkmalpfleger, über die Familie der Gartenbaumeister Weyhe. Auf der Grundlage ihrer Quellenforschung schlossen sich die Vortragenden dem Urteil an, dass ein Wirken von F. M. Weyhe in Moers nicht gesichert ist und eher nur vermutet werden kann.


Maximilian Friedrich Weyhe regte 1805 in einem Schreiben an die Kurfürstliche Schulkommission an, die Obstbaumzucht bei Schulen einzuführen. Im Zuge der preußischen Reformbewegungen um 1820 wurde die Gründung von Lehrerseminaren angestrebt. Adolf Diesterweg kam 1820-1832 nach Moers und übernahm am hiesigen Lehrerseminar im Sinne Pestalozzis die Ausbildung von „Hand, Herz und Verstand“.


Zum lebensnahen und praktischen Unterricht gehörte u. a. die Obstbaumzucht im Lehrerseminar Moers. Heute kann man kaum nachvollziehen, welche Bedeutung das Obst in der damaligen Ernährung hatte. Es gab nur bodenständige Früchte.


Frau Vogelsang trug dann ein für Moers erfreuliches Forschungsergebnis vor. Mit Sicherheit kann man Weyhes Wirken in Moers mit der Anlage einer Obstbaumschule in Verbindung bringen. Überliefert sind drei Pläne zur Obstbaumschule in Moers von M. F. Weyhe aus der Zeit um 1828. Unklar bleibt bis heute der Standort.