GMGS-Moers Logo

Grafschaft Moers Geschichts-Stiftung

KULTUR - ERHALTEN - GESTALTEN

(placeholder)
(placeholder)
(placeholder)

Altmarktdenkmal

Diesterweg Büste

Findling im Hornwerk

Grabsteine Rheinberger Straße

Hektors Abschied von Andromache

Kaiserdenkmal

König Friedrich I.

Luise Henriette

Steinriesen im Park

Weyhe Gedenkstein

Wilhelm-Greef-Brunnen

Luise Heriette

Vor dem Schloss begrüßt uns als Denkmal die Oranierprinzessin Luise Henriette (1627-1667), die durch Heirat Kurfürstin von Brandenburg wurde und durch Erbfolge die Grafschaft zu Preußen brachte. An Henriettes 19. Geburtstag fand die Hochzeit statt. Die Calvinistin Luise Henriette wurde am 7. Dezember 1646 Ehefrau des Brandenburg-Preußischen Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (16.2.1620 – 39.4.1688).


Die Statue der Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg, Prinzessin von Oranien, älteste Tochter des Generalstatthalters der Niederlande, Friedrich Heinrich von Oranien und letzte oranische Erbin der Grafenstadt Moers und der Grafschaft, „Stammmutter der preußischen Könige“, wurde von Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Es ist ein Geschenk des Kaisers an die Stadt. Eingeweiht wurde es am 20. Juni 1904.


Das Bronzedenkmal der Kurfürstin steht in Überlebensgröße auf einem 3,10 m hohen barocken Postament, vor welchem die Wappen Oraniens und Preußens übereinander liegend durch den Pfeil des Liebesgottes Amor zusammen gehalten werden. In den Sockel eingelassen wurden die stolzen Worte: “Geschenk Kaiser Wilhelms II. an die getreue Grafschaft Meurs.“


Luise Henriette war nicht nur eine imposante Erscheinung, sondern macht als beliebtes Fotomotiv noch heute eine gute Figur. Die reizvolle neubarocke Schöpfung des Bildhauers Heinrich Baucke ist kein Monument aus Stein, sondern ein Kunstwerk aus dünnem Kupfergalvano. Die Einzelteile wurden in Formen gegossen und nachträglich zusammengeschweißt. Aus Kupfergalvano sind auch die am Sockel angebrachten und von einem Pfeil durchbohrten Wappenschilde von Preußen und Oranien, auf denen der Gott der Liebe Amor mit umgehängtem Köcher sitzt.


Die Grafschaft Moers gehörte zur Aussteuer von Luise Henriette, denn die Grafschaft Moers war eine der Besitzungen ihres Vaters Friedrich Heinrich von Oranien-Nassau. Für den Fall des Aussterbens der Oranier im Mannesstamm bekam Brandenburg durch die Heirat einen Erbanspruch. In der oranischen Prinzessin verkörpert sich somit die Verbindung Brandenburg–Preußen mit Moers; der Übergang von Moers an Brandenburg erfolgte aufgrund ihres Ehevertrages mit dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm. Ihr Sohn, König Friedrich I. von Preußen, machte später seine Erbansprüche gegen die starke Festung Moers geltend. So kam 1702 Moers zu Preußen.


Wahrscheinlich hat Luise Henriette Moers nie gesehen, denn es gibt keinen Beweis dafür, dass sie jemals in der Stadt war, auch wenn ihr Denkmal, ein Geschenk des letzten deutschen Kaisers an die Moerser Untertanen, vor dem Moerser Schloss steht. Ihr Leben spielte sich zwischen Den Haag und den kurfürstlichen Residenzen Kleve, Berlin, später auch Oranienburg und Königsberg ab. Die Reisen in den Osten führen über die klevischen Städte Wesel und Duisburg. Von einem Besuch in Moers wird nicht berichtet.


Die Kurfürstin gründete auf ihrem Gut in der Mark – Oranienburg – eine Musterwirtschaft nach holländischem Vorbild und stiftete 1655 das erste brandenburgisch-preußische Waisenhaus. Ihr Leben war geprägt von tiefer Religiosität. Am 9. Mai 1667 nahm die kurfürstliche Familie von der schwer an der Schwindsucht (TBC) erkrankten Luise Henriette Abschied. Wenige Wochen später starb sie in Berlin–Cölln.