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Hektors Abschied von Andromache

Ein eigens für diesen Transport angefertigter Wagen rollte, von 20 Pferden gezogen, vom Kreuznacher Bahnhof zum Anwesen der Küstlerfamilie Cauer. Geladen hatte der schwere Holzkarren einen riesigen Marmorblock aus Carrara. Weil dieser nicht auf das Grundstück passte, wurde er auf einem Rübenacker abgeladen und um ihn herum eine Werkstatt errichtet. 1882 entstand aus dem Marmorblock die Figurengruppe „Hektors Abschied von Andromache“. Die Bildhauerfamilie Cauer aus Bad Kreuznach war über vier Generationen im 19. und 20. Jahrhundert sehr bekannt.


Das Denkmal im Stadtpark soll heute noch für viele Liebespaare ein Treffpunkt sein. Die Figurengruppe wurde 1858 von Carl Cauer dem Älteren entworfen und 1882 geschaffen.


Sie ist wohl eines der bedeutendsten Kunstwerke des zeitweise in Rom lebenden deutschen Bildhauers Carl Cauer (1828–1885). Vom Moerser Landrat van Endert erworben wurde sie am 1. Mai 1933 feierlich im Schlosspark aufgestellt.


Das Bildnis führt uns zum trojanischen Krieg, der 1193 bis 1184 v. Chr. um die Stadt Troja geführt wurde. Hektor ist eine Gestalt aus Homers berühmtem Epos „Die Ilias“, aus dem viele der heute bekannten Informationen über die griechische Mythologie stammen. Hektor ist der älteste Sohn des Königs von Troja und der wichtigste Held und Heeresführer Trojas im zehnjährigen Trojanischen Krieg. Der Hektor der „Ilias“ ist der Schützling Apolls und wird nicht nur als tüchtiger Kämpfer dargestellt, sondern auch als Sohn, Bruder, liebevoller Ehemann und Vater. Große Teile seiner Beschreibung sind dem Abschied von seiner Frau Andromache und dem Sohn Astyanax gewidmet.


Für seine antike Gruppendarstellung wählte der Künstler die ausführlich beschriebene familiär–vertraute Szene. In der Stadt Troja verabschiedet sich Hektor vor seinem Kriegseinsatz von seiner Gattin Andromache und seinem Sohn Astyanax vielleicht schon in dem Wissen, dass er beide nie mehr wieder sehen wird. Hektor wurde durch eine List der Göttin Athene zum Krieg geführt und dann im Kampf vom Griechen Achilleus vor den Mauern der Stadt Troja getötet.


Das Material der Figurengruppe ist feinporiger weißer Marmor (Carrara). Die Skulptur ist etwa 220 cm hoch mit Plinthe (Sockel für das Standbild) und wiegt etwa 1,5 Tonnen. Das Original stand von 1933 bis 1994 im Park. Wegen starker Schäden durch den so genannten „saueren Regen“ und der allgemeinen Luftverschmutzung wurde 1993/94 eine Gusskopie für den Park hergestellt.


Am 24.4.2010 wurde die Originalfigurengruppe aus der Zentralbibliothek mit einem Kranwagen herausgehoben, zur Moerser Musikschule transportiert und wieder aufgestellt. Dort hat die Originalskulptur nach umfangreicher Restaurierung im neuen Foyer des Kammermusiksaales der Moerser Musikschule im Martinstift einen neuen würdigen Standort gefunden.